Die trostlose Zeit des Wartens

Der junge Herr Wachtmeister schrieb alle Texte der Reihe „Briefe aus der Ferne“ kurz vor bzw. während seines Aufenthaltes im Einsatzgebiet, welches sich weit von seinem Heimatlande entfernt befindet.
In den kurzen Geschichten schildert der junge Unteroffizier seine ersten Eindrücke und Gedanken.
Alle Texte sind an des Wachtmeisters Maid adressiert, welche sich das Ende des Einsatzes herbeiwünschte als dieser noch nicht einmal begonnen hatte.

Der erste Brief:

Meine geliebte Maid,

Uns trennen nun schon zwei Wochen, zwei kalte Wochen.
Kalt nicht nur aufgrund der Tatsache, dass mir deine Liebe fehlt, sondern auch aufgrund der klimatischen Bedingungen an meinem momentanen Garnisonsort.
Ich schreibe dir diesen Brief in meiner dienstfreien Zeit, über welche ich nur begrenzt verfüge.
Ich sitze am hölzernen Tische meiner Stube und mein Blicke führt vom vergilbten Stück Pergament vor mir, über den Herrgottswinkel des spärlich möblierten Raumes, durch das mit Eisblumen verzierte Fenster, hinaus in die Ferne.
Ich sehe in der Ferne den hohen Gipfel eines verschneiten Berges.
Er thront majestätisch über der kleinen, malerischen Stadt, in welcher die Zeit still zu stehen scheint.
Doch meine Zeit hier nähert sich ihrem Ende.
Der nächste Halt meiner Reise führt mich in die Hauptstadt meines Landes.

Dein, dich über alles liebender, Gemahl

 

Euer Gruppenkommandant